Bei Kontakt mit den giftigen Härchen der Raupe umgehend den Hausarzt aufsuchen / Symptome sind keine meldepflichtige Erkrankung
Schleiz. Der Eichenprozessionsspinner ist nun auch im Saale-Orla-Kreis angekommen. Seit der vergangenen Woche melden die Forstämter das Vorkommen dieser Raupenart im Stadtgebiet von Ranis sowie in den Gemeinden Liebschütz, Wilhelmsdorf, Wernburg und Seebach. Da die Raupen ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier bergen, ruft das Gesundheitsamt des Landkreises die Bürgerinnen und Bürger zur erhöhten Vorsicht beim Waldspaziergang oder in der Nähe von Eichenbäumen auf.
Das Gesundheitsamt prüft regelmäßig den Befall durch den Eichenprozessionsspinner, erstellt eine Gefährdungsanalyse und bewertet das Risiko für die Bevölkerung. Sollten sich daraus notwendige Maßnahmen ergeben, werden die zuständigen Stellen sowie die betroffenen Bürgerinnen und Bürger umgehend informiert.
Der Eichenprozessionsspinner ist als Raupe eine Vorstufe eines Nachtfalters und eine in unseren Breitengraden heimische Art, die Wärme und Trockenheit bevorzugt. Die Gefahr geht von den feinen, mit Widerhaken versehenen Härchen der Raupen aus. Diese sind giftig und können bei Kontakt Hautreizungen, Hautentzündungen und allergische Reaktionen hervorrufen. In sehr seltenen Fällen kann es zu Luftnot und Atembeschwerden kommen, wenn die Härchen eingeatmet wurden.
Was ist im Ernstfall zu tun?
Bei Kontakt mit den Härchen und auftretenden Symptomen sollte unbedingt der Hausarzt konsultiert werden. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) telefonisch unter 116 117. Bei akuten Symptomen empfiehlt das Gesundheitsamt, eine Notaufnahme aufzusuchen.
Außerdem sollte man so schnell wie möglich Kleidung und Schuhe wechseln, gründlich duschen und die Haare waschen, um festsitzende Raupenhärchen auszuspülen. Anschließende sollte die getragene Kleidung bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, damit das in den Brennhaaren enthaltene Nesselgift zerstört wird.
Fundorte meiden und neuen Befall melden
Vor allem in den gespinst-artigen Nestern sind unzählige der giftigen Härchen enthalten, die durch den Wind mehrere hundert Meter weit verbreitet werden können. Betroffene Gebiete sollten daher möglichst großräumig gemieden werden. Außerdem weist das Gesundheitsamt mit Nachdruck darauf hin, die Absperrungen und Hinweisschilder der Forstämter oder Kommunen unbedingt zu beachten. Sollten Sie darüber hinaus weitere Vorkommen oder Nester des Eichenprozessionsspinners entdecken, melden Sie dies bitte umgehend dem jeweiligen Forstamt in Neustadt an der Orla (Tel.: 036481 / 2486) oder in Schleiz (Tel.: 03663 / 489990) bzw. der zuständigen Stadt oder Gemeinde.
Die von den Härchen des Eichenprozessionsspinners ausgelösten Symptome sind keine meldepflichtige Erkrankung und müssen dem Gesundheitsamt daher nicht angezeigt werden.
Julia Weiß
Pressestelle
Landratsamt Saale-Orla-Kreis
Tel: +49 3663 488-208
E-Mail: pressestelle@lrasok.thueringen.de
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