Ein Tag, der zeigt, wie lebendig der Wetzstein sein kann

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von Paskal Wirth, Vorstand KC-Lehesten

 

Was im vergangenen Jahr trotz 11 Grad Celsius und Nieselregen als gelungener Versuch gestartet war, das Altvaterturmfest wiederzubeleben, ist in diesem Sommer erneut zu einem erfolgreichen Highlight geworden. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen entwickelte sich das Fest mit rund 500 Gästen aus nah und (teilweise) sehr fern zu einem Tag, der zeigte, wie lebendig der Wetzstein sein kann.

 

Schon ab dem Vormittag bot sich ein entspanntes Bild: Besucherinnen und Besucher konnten in Ruhe den Aufstieg zum Altvaterturm genießen, die kleine Auswahl an Händlerständen durchstöbern oder die erste Bratwurst probieren. Mit jedem Sonnenstrahl wurden die Schattenplätze unter den aufgestellten Zelten rund um den Turm knapper – ein gutes Zeichen für einen lebendigen Festtag.

Publikum im Amphitheater, v. A.Hopfe
Pfarrer Hoffman, v. C. Bredow

Zum Programmstart um 14 Uhr füllte sich das Amphitheater, das nach langer Zeit endlich wieder mit Leben erfüllt war. Pfarrer Hoffmann eröffnete die Andacht mit einer eindringlichen Botschaft in seiner Predigt: unser gutes Leben wertzuschätzen, sich nicht von destruktiven Stimmen vereinnahmen zu lassen und zugleich mit einem Appell an diejenigen, die fortwährend eine Veränderung unserer Erinnerungspolitik einfordern. Unterstützt wurde er musikalisch von seiner Frau auf dem Piano und David Vockeroth, der in einer Fürbitte die Bedeutung der regionalen Mahnmäler wie z.B. dem KZ Laura oder eben dem Altvaterturm hervorhob und die Worte des Pfarrers nachträglich verstärkte.

 

Bild: Männerchor Remptendorf, von C.Bredow

Trotz der mittlerweile aufkommenden Hitze im Amphitheater zeigte der Männerchor Remptendorf unter der Leitung von Nina Reinhardt eine starke Leistung. Mit guter Laune und einer mitreißenden Liedauswahl sorgten sie für hörbare Begeisterung im Publikum. Weil die letzte Faschingssession zu kurz war und Termine kollidierten, holten die Schönbrunner Glitzerfunken ihren Auftritt kurzerhand auf dem Wetzstein nach. Die junge Tanztruppe begeisterte die Gäste so sehr, dass sie die Bühne nicht ohne Zugabe verlassen durfte. Die gute Laune setzte sich nahtlos fort – kein Wunder bei leckerem Kaffee und Kuchen, Zuckerwatte und Eis für alle. Zusätzlich organisierte die Prinzengarde ein kleines Kinderfest, sodass auch die Kleinsten voll auf ihre Kosten kamen. Und so wurde manche Spritzpistolen, eigentlich für die Kinder gedacht, auch von einigen Erwachsenen gern zur Abkühlung genutzt.

 

Als besonderes Highlight angekündigt, präsentierte der KCL eine moderne Interpretation des Märchens Frau Holle – mit einer guten Portion Selbstironie, besonderen Effekten und der klassischen Moral, die natürlich nicht fehlen durfte. Den musikalischen Abschluss bildete der Chor Dreiklang aus Bad Lobenstein unter der Leitung von Elke Grimm. Mit erstklassigem Gesang rundeten sie den Nachmittag ab und verabschiedeten die Gäste mit dem Rennsteiglied, das viele lautstark mitsangen – tatsächlich aber nur wenige als Aufforderung zum Nachhausewandern verstanden, sodass zahlreiche Besucherinnen und Besucher noch lange im warmen Abendlicht auf dem Wetzstein blieben.

 

Wir, der Karneval-Club-Lehesten, bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten, Mitwirkenden und Helfenden, die diesen Tag möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank gilt dem Altvaterturmverein, der uns die Nutzung der Örtlichkeiten gestattet hat – ein würdiger Rahmen für den 50. Geburtstag des Vereins. Ebenso danken wir den angereisten Händlerinnen und Händlern sowie dem Bauhof der Stadt Lehesten für ihre Unterstützung.

 

Titelbild: Altvaterturmfest 02.08.2026, v. R.Bredow

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