30 Prozent der Rettungswageneinsätze mit Überschreitung der Hilfsfrist – Krankenhausschließung hinterlässt deutliche Spuren

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Uwe Thrum, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Kreistag des Saale-Orla-Kreises

 

Zwei Jahre nach der Schließung des Schleizer Krankenhauses bleibt die Lage im Rettungsdienst des Saale-Orla-Kreises angespannt, wie eine Anfrage an den Landrat durch die AfD-Fraktion belegt. Die angestrebte 95-prozentige Hilfsfristquote kann nicht annähernd erreicht werden: Im Jahr 2024 wurden von 7.868 Rettungswageneinsätzen 2.360 Fälle mit überschrittener Hilfsfrist registriert. Das entspricht einen Anteil von etwa 30 Prozent. Im Jahr 2025 sank die Quote leicht auf 27,5 Prozent. Gestiegen ist hingegen die Prähospitalzeit, also dem Zeitintervall vom Eingang des Notrufs in der Leitstelle bis zur Ankunft des Patienten im geeigneten Krankenhaus. Diese sollte 60 Minuten nicht überschreiten. Im Jahr 2024 wurde jene Vorgabe um 6 Minuten und im Jahr 2025 sogar um weitere 5 Minuten erhöht. Damit ist der Landkreis mit einer durchschnittlichen Prähospitalzeit von 1 Stunde und 11 Minuten im Thüringenvergleich Schlusslicht. 

 

Anhand der vorgelegten Zahlen ist auch eine Verlagerung hin zu Luftrettungen nachweisbar: War es im Jahr 2024 noch zu 306 Einsätzen des Rettungshubschraubers gekommen, so sind es im darauffolgenden Jahr schon 369 Luftrettungseinsätze im Landkreis.

 

Entgegen den Beschwichtigungen der Verantwortlichen zeigt sich auch, dass diese Entwicklung eng mit der Schließung des Schleizer Krankenhauses zusammenhängt.

 

Im Jahr 2024 erfolgten mit 1526 von 7580 dokumentierten Krankenhauseinweisungen im Saale-Orla-Kreis an den Krankenhausstandort in Schleiz. Infolge der Schließung im August 2024 zeigt sich im Jahr 2025 eine deutliche Verlagerung auf die Standorte Naila, Gera, Hof, Saalfeld und Jena, wobei sich die Einweisungen an den Krankenhausstandort in Naila etwa verdoppelten.

 

Die Auswertung der Anfrage unterstreicht, wie wichtig das Krankenhaus Schleiz für die notfallmedizinische Versorgung im Landkreis war. Anstatt die Missstände anzugehen und eine dringend benötigte Novellierung der Gesundheitspolitik bei der CDU-geführten Landes- und Bundesregierung zu erwirken, verliert sich Landrat Herrgott in unzähligen Diskussionsrunden. Um ein adäquates medizinisches Versorgungsnetz sicherzustellen, braucht es kreiseigene Strukturen, so wie sie im Lankreis Sonneberg in kürzester Zeit geschaffen worden sind. Handeln statt Reden muss jetzt die Devise lauten! 

 

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