Ein funkelnder Empfang – oder: Willkommen in Bad Lobenstein!

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Glas, Müll und jede Menge Naturromantik: Ein Stadteindruck der ganz besonderen Art

Als ich kürzlich nach Bad Lobenstein fuhr, passierte etwas Wundervolles. Noch bevor ich richtig angekommen war, entdeckte ich am Straßenrand eine geheimnisvoll funkelnde Stelle.

Die Sonne ließ den Boden glitzern, als hätte jemand höchstpersönlich einen Sack Feenstaub über die Straße verteilt. Mein erster Gedanke:

„Das muss ein Schatz sein!“

Vielleicht, so dachte ich, liegt hier irgendwo der sagenumwobene Schatz der Stadt – bewacht von einer Horde Feen, Elfen und vielleicht einem etwas schlecht gelaunten Kobold.

Also näher ran.

Die Ernüchterung folgte schneller als ein Behördenbescheid:

Nein. Kein Schatz. Keine Feen. Keine Elfen.

Nur Glasscherben und Müll.

Schade eigentlich. Das wäre doch mal ein Stadtmarketing gewesen: „Willkommen bei uns – hier beginnt das Abenteuer direkt am Ortseingang!“

Der Freizeitpark für Schnittverletzungen

Doch die Stadtverwaltung hat offenbar weitergedacht. Denn direkt daneben befindet sich eine Skaterbahn.

Was für ein Zufall!

Während andere Städte ihren Jugendlichen sichere Freizeitmöglichkeiten anbieten, scheint man hier auf ein ganzheitliches Erlebnis zu setzen:

Skaten, Adrenalin und kostenloses Wundmanagement – alles an einem Ort.

Warum erst auf der Halfpipe Tricks üben, wenn man beim Absteigen gleich noch eine kleine Begegnung mit einer Glasscherbe haben kann?

Helm auf, Kniepads an – und vielleicht vorsichtshalber noch einen Erste-Hilfe-Kasten auf den Rücken schnallen.

Naturverbundenheit wird großgeschrieben

Besonders beeindruckend ist auch die unmittelbare Nähe zur Natur.

Hier wurde offenbar bewusst darauf verzichtet, die Natur durch übertriebene Pflege zu stören. Büsche, Bäume und Unkraut dürfen wachsen, wie sie möchten. Ein wunderbares Beispiel für konsequenten Naturschutz.

Und irgendwo zwischen Müll, Scherben und Wildwuchs fühlt man sich fast wie mitten im Urwald.

Nur dass der Urwald normalerweise weniger Verpackungsmüll hat.

Das Highlight: Feuer – ganz ohne Feuerzeug

Doch dann kommt die absolute Krönung dieses idyllischen Gesamtkunstwerks:

Glasscherben in der Sonne.

Was zunächst wie dekorative Straßenkunst aussieht, könnte bei entsprechender Sonneneinstrahlung durchaus zur innovativen Feuerstelle werden.

Andere Städte investieren Millionen in Feuerwehrtechnik und Brandschutz.

Hier setzt man offenbar auf das Prinzip:

„Wir lassen einfach die Sonne machen.,,

Ein paar Glasscherben, trockene Vegetation, ordentlich Sonnenschein – und schon entsteht mitten in der Stadt ein völlig kostenloses Lagerfeuer.

Romantik pur!

Ein unvergesslicher erster Eindruck

Glasscherben, Müll, Skaterbahn, Wildnis und potenzielle Feuerstelle – direkt nebeneinander.

Man könnte fast meinen, jemand hätte sich bei der Planung gedacht:

„Wie schaffen wir es, möglichst viele Gefahren auf möglichst wenig Fläche zu konzentrieren?“

Die Antwort scheint gefunden.

Und so wurde aus meinem  Blick auf die Stadt kein märchenhafter Schatzfund, sondern eine kleine Lektion in kommunaler Abenteuerpädagogik.

Willkommen in der Stadt!

Hier funkelt der Müll, die Natur übernimmt das Kommando, die Skater bekommen kostenlose Schnittübungen – und die Sonne kümmert sich möglicherweise um den Rest.

Tourismuswerbung kann so einfach sein.

Bilder: HalloOberland

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