„Lebensmittel wertschätzen anstatt verschwenden“

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Neue Ausstellung im Landratsamt stellt „foodsharing“-Initiative vor / Schülerinnen und Schüler der Gefeller Grundschule präsentieren Ergebnisse des Lebensmittelretter-Projekt in der Kunst-AG

 

Schleiz. Am 1. Juli wurde die neue Ausstellung im Foyer des Landratsamtes eröffnet. Dabei steht ein Thema im Mittelpunkt, das sowohl für die Gesellschaft allgemein als auch für jeden Einzelnen von Bedeutung ist: der Wert von Lebensmitteln und mögliche Wege, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. 

 

Neue Ausstellung zum Thema „foodsharing“

 

Unter dem Motto „Lebensmittel wertschätzen anstatt verschwenden“ stellen die Fooodsaver – zu Deutsch Lebensmittelretter – aus dem Saale-Orla-Kreis ihre Arbeit und die Initiative „foodsharing“ vor. Diese versteht sich als eine umwelt- und bildungspolitische Bewegung und hat sich zum Ziel gesetzt, gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen und für mehr Bewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln einzutreten.

 

Frank Jacoby, Dezernent für Jugend, Soziales und Gesundheit im Landratsamt des Saale-Orla-Kreises übernahm die Eröffnung der Veranstaltung und dankte allen anwesenden Foodsavern für ihren Einsatz: „Es ist großartig, dass es Menschen wie Sie gibt, die sich auf den Weg machen und Lebensmittel retten, damit diese nicht in der Tonne landen – und das alles im Ehrenamt. Das verdient großen Respekt und Anerkennung und ich freue mich, dass wir dieses wichtige Thema den Menschen hier im Landkreis mit der Ausstellung näherbringen können“, betonte er bei seiner Begrüßung der zahlreichen Gäste.

foodsharing-Botschafterin Tina Höbelt (links) und Dezernent Frank Jacoby (rechts) bei der Eröffnung der neuen Ausstellung zum Thema ‚foodsharing’im Landratsamt

 

Lebensmittelverschwendung – ein globales Problem

 

Anschließend stellte er beeindruckende Zahlen vor, die die Dimension des Themas greifbar machten: rund 11 Millionen Tonnen an Lebensmitteln werden jährlich in Deutschland weggeworfen – 58 Prozent davon in privaten Haushalten. Das entspricht umgerechnet knapp 75 Kilogramm pro Person und Jahr. Um das zu verdeutlichen, hatten die Foodsaver eine Pyramide aus zehn Behältern aufgestellt, die zusammengenommen das Fassungsvermögen von 75 Kilogramm haben. Weltweit betrachtet landet sogar jedes dritte zum Verzehr produzierte Lebensmittel im Müll.

 

Die Verschwendung noch genießbarer Lebensmittel hat jedoch noch eine weitere Dimension, denn dadurch werden 8 bis 10 Prozent des globalen Kohlendioxidausstoßes verursacht und große Mengen an Ressourcen gebunden. „Wenn man die Herstellung unserer Lebensmittel von Beginn an bis zur Entsorgung betrachtet, entstehen durch Lebensmittelverschwendung fünfmal mehr Treibhausgase, als weltweit durch alle Transporte zusammengenommen – sei es mit dem Auto oder LKW, dem Zug, dem Schiff oder dem Flugzeug – verursacht wird. Das ist eine enorme Menge und dagegen wollen wir etwas tun“, ergänzte die örtliche „foodsharing“-Botschafterin Tina Höbelt.

 

Fünfzig aktive Foodsaver im Saale-Orla-Kreis

 

Vor drei Jahren hat Tina Höbelt die Schleizer „foodsharing“-Gruppe gegründet, die mit inzwischen 50 Foodsavern im gesamten Landkreisgebiet überschüssige Lebensmittel abholt und weiterverteilt. Außerdem haben sie sogenannte „Fairteiler“ eingerichtet, das heißt Regale für Unverderbliches, kühle Lagerräume oder sogar Kühlschränke, in denen nicht mehr benötigte Lebensmittel aus Privathaushalten an andere Personen weitergegeben werden können. Drei solcher Stationen gibt es im Landkreis schon – in Ziegenrück, Wurzbach und in der Bibliothek in Bad Lobenstein. Ein vierter Fairteiler entsteht gerade in Tanna. „In Schleiz suchen wir noch nach einem geeigneten Standort und würden uns über Ideen und Hinweise sehr freuen“, erklärt Tina Höbelt. Über die Kartenfunktion der Webseite www.foodsharing.de  gelangt man zu einer genauen Lagebeschreibung von Fairteilern in der eigenen Region.

 

„Insgesamt bin ich schon neun Jahre für die Initiative foodsharing aktiv – lange Zeit in Hof. Dann dachte ich mir, dass muss doch auch im Saale-Orla-Kreis funktionieren“ berichtet Tina Höbelt weiter, die mit großem Engagement und Herzblut für die Sache der Foodsaver eintritt.

 

Mit ihrer Arbeit wollen die Foodsaver die Wertschätzung für Lebensmittel in der Gesellschaft wieder steigern und ein Bewusstsein für globale Nachhaltigkeit schaffen. Dafür sprechen Sie mit den Menschen vor Ort, gehen in Betriebe, suchen nach Kooperationspartnern, informieren und sensibilisieren für das Thema.

 

Beim Glücksrad-Quiz, das foodsharing-Botschafterin Elisabeth Oertel für die Teilnehmer der Veranstaltung vorbereitet hatte, gab es spannende Fakten und Wissenswertes über Lebensmittellagerung, Lebensmittelverschwendung und Lebensmittelrettung zu erfahren. Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung lud Tina Höbelt alle Interessierten sowie Firmen und Betriebe zu verschiedenen Vorträgen rund um die Themen Nachhaltigkeit und Lebensmittelrettung ein. Dabei ging es vor allem darum, wie man mit einfachen Alltagstipps privat oder im beruflichen Umfeld etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun kann.

Beim Glücksrad-Quiz gab es spannende Fakten rund um Lebensmittelverschwendung und Lebensmittelrettung zu erfahren

 

Sensibilisierung und Aufklärung beginnt im Kindesalter

 

Damit die Sensibilisierung so früh wie möglich beginnt, kooperieren die Foodsaver auch mit Schulen in der Region. Dort leisten sie nachhaltige Bildungsarbeit und bringen Kindern einen achtsamen Umgang mit Lebensmittel bei. Aus einem der Lebensmittelretter-Projekt heraus sind in der Kunst-AG an der Gefeller Grundschule besonders farbenfrohe groß- und kleinformatige Bilder von verschiedenstem Obst und Gemüse entstanden, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind. Ihren Bildern haben die Kinder noch Rezepte hinzugefügt, um eine sinnvolle Alternative für die Verarbeitung noch genießbarer Lebensmittel zu bieten.

Foodsaverin Ramona Lanitz hatte für die Schülerinnen und Schüler eine Mitmach-Station zur richtigen Aufbewahrung von Lebensmitteln vorbereitet

 

Die Arbeiten der Gefeller Grundschüler sind ebenso wie die umfassenden Informationstafeln zum Thema „foodsharing“ noch bis zum 28. August während der regulären Öffnungszeiten im Landratsamt zu sehen.

 

Stolz zeigen die Schülerinnen der Grundschule Gefell ihr Arbeiten, die beim gemeinsamen Lebensmittelretter-Projekt entstanden sind
Stolz zeigen die Schülerinnen der Grundschule Gefell ihr Arbeiten_links Arwen Piontek und rechts Lilli John
Stolz zeigen die Schülerinnen der Grundschule Gefell ihr Arbeiten_links Frieda Schneider und rechts Mia-Sophie Neumann

Julia Weiß

Pressestelle

Landratsamt Saale-Orla-Kreis

Tel: +49 3663 488-208

E-Mail: pressestelle@lrasok.thueringen.de

Web: www.saale-orla-kreis.de

 

Titelbild: Die foodsharing-Botschafterinnen Tina Höbelt (links) und Elisabeth Oertel bei der Ausstellungseröffnung

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