Das sündige Dorf

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Brigitte Richter, Thierbach

 

Eine Komödie frei nach Max Neal und Max Ferner

 

Der Abend des 3. Mai 2026 war keine Sekunde langweilig, denn der „Elgesbrunner Dramatrupp“ sorgte mit dieser Komödie für einen lustigen und unterhaltsamen Abend in einer voll besetzten kleinen Dorfkirche.

 

Jeder Pfarrer wäre glücklich, seine Kirche einmal bis zum letzten Platz besetzt  sehen zu können.

 

Das 2. Mal durfte ich in diesem Ambiente einer Theatervorstellung beiwohnen, die von Laienschauspielern, unter der Regie von Jana Rother aus Eliasbrunn,  aufgeführt wurde, wo so mancher Mitwirkende das Talent für Hollywood hätte.

 

Schauspielern muss man können, ich denke, das kann man kaum erlernen. Es muss einfach in einem stecken. Diesen  „Schauspielern“ wurde wohl das Talent in die Wiege gelegt. Besonders Jana Rother und Jens Kaufmann sind reif für Hollywood, aber auch alle anderen gaben ihr Bestes, um die Zuschauer zu unterhalten und die Lachmuskeln des Publikums zu strapazieren.

 

Ich möchte nicht wissen, wie oft bei den Proben das „Handtuch geworfen werden sollte“, wenn die Texte nicht im Kopf bleiben wollten, oder wenn es in der Gruppe zu Meinungsverschiedenheiten kam; aber von Kümmernissen spürte das Publikum nichts. Es war einfach nur eine Meisterleistung!

 

Von der quirligen Jana, die für das Ganze den Hut auf hat, und selbst als Starbesetzung mitspielt, habe ich erfahren, dass auch rechtliche Fragen berücksichtigt werden müssen. Der Schreiber der Komödie muss mindestens seit 70 Jahren tot sein, um sein Stück aufführen zu dürfen, ohne an irgendjemand Gebühren entrichten zu müssen. „Aber ohne meine dufte Truppe, auf die ich unheimlich stolz bin, und die vielen fleißigen Helfer drum herum, wäre es niemals zu dieser Theateraufführung gekommen. Ich bin so dankbar für jede/jeden Einzelnen, die mit Herzblut dabei sind!“  so Jana Rothers Worte.

 

Auf „den Brettern, die die Welt bedeuten“ – in diesem Falle waren es die Stufen vorm Altar der kleinen Dorfkirche – spielten alle das Stück mit Herz, Seele und flotter Schnauze. Und vielleicht wird aus dem kleinen Mädchen Lena Kaufmann, die als Hanni mitspielte, einmal eine große Schauspielerin, denn das Talent ihres Papas konnte man auch bei ihr schon erkennen. Es war einfach klasse! Das war auch der allgemeine Tenor am Ende der Veranstaltung auf der Straße, wo sich viele Bekannte glücklich verabschiedeten.

 

Ca 60 Zuschauer fasste die Eliasbrunner Kirche. Insgesamt 8 Vorstellungen sollen eine kleine Einnahme in die Kasse einspielen, die der Allgemeinheit zu Gute kommt. Diese Einnahmen sind Pillepalle, im Vergleich zum Aufwand des Lernens, der geopferten Freizeit, der Organisation, der Kostüme, der Requisite usw, aber es stehen Menschen dahinter, die anderen eine Freude machen wollen; das insbesondere macht das Menschsein in unserer dörflichen Region aus.

 

Fotos: J. Rother

Selbst verhungern oder verdursten ließ man die Zuschauer nicht, denn im Vorraum der Kirche gab es sogar Getränke und lecker belegte Laugenstangen. 

 

Wir freuen  uns schon alle auf die nächste Vorstellung in 2 Jahren und hoffen, dass alle Mitwirkenden gesund bleiben, neue Ideen haben und so lustig und professionell, als Hobby-Schauspieler, ein Publikum unterhalten, so dass man mal für ein paar Stunden alle Querelen des Lebens vergessen kann und nur Freude erleben  darf, die von Enthusiasten verbreitet wird.

 

Früher, so weiß ich es noch von meiner Mutter, ich bin ja auch inzwischen schon lange Rentnerin, gab es in fast jedem Dorf einen Chor, in vielen Orten eine Theatergruppe, die zu Dorffesten ihr Programm darboten. Irgendwie macht es mich persönlich sehr glücklich, dass unsere Kultur von jungen Menschen wieder in den Focus gerückt, und dadurch der Zusammenhalt weiter gestärkt wird. 

 

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