Von altem Brauchtum: Die Holztage

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Im Januar, wenn wegen der Winterpause viele Außenarbeiten auf dem Hof stillestanden, waren die Holztage. Indem zu dieser Zeit die Pflanzensäfte in den Wurzeln ruhten, erschien das Holz daher als besonders schlagreif. Als bester Zeitpunkt, um Bretter und Balken zu bekommen, in die kein Wurm geht, galt im Orlaland die Zeit nach Weihnachten bei zunehmendem Mond. Die ideale Schlagzeit währt heuer jedoch nur bis zum Vollmond des 30. Dezember 2021 und ist überdies durch die Rauhnächte begrenzt, wo ebenfalls Waldarbeiten untersagt sind. Kein Zimmermann hätte früher Bauholz verwendet, daß nicht zu solchen Zeiten geschlagen war. Anders war dies mit dem Brennholz, das im November – im ersten Viertel des aufnehmenden Mondes – seine beste Qualität besitzen soll. Das Ende der Holztage markierte der Sebastianstag [20. Januar], zumal ab dieser Zeit die Säfte in den Bäumen wieder damit begannen aufzusteigen. Ein wichtiger Lostag war Pauli Bekehrung [25. Januar], ›wo der Wurm sich in der Erde dreht‹ und das Wetter sich entweder wendet oder noch lange so andauert. An diesem Tag ließ sich, nach den alten Überlieferungen, aus der Witterung der Verlauf des ganzen folgenden Jahres ›ablesen‹.

Über den Autor
Alexander Blöthner M. A. (phil.), gebürtig in Plothen bei Schleiz, hat an der Universität Jena ein ›Studium Generale‹ mit Schwerpunkt auf Geschichte und Soziologie absolviert und verfasst Bücher über Lebensphilosophie, Sagen, Orts- und Regionalgeschichte, Landschaftsmythologie als auch Alltags-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Autorenwebseite: Sagenhafte Wanderungen

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