Die Betrachtungen einer jungen Frau und ehemaligen Sozialwissenschaftsstudentin aus dem Organisationsteam der Vereinigung „Gegenwind Erzgebirge“ zur bisher viel zu wenig beachteten Wertschöpfungskrise die uns den Untergang des Abendlandes bescheren könnte.

Facebook
Twitter
WhatsApp
Email
Telegram
von Luise Beutenbach
 
Ich hörte kürzlich den Satz, viele der Entwicklungen, die uns derzeit beunruhigen, seien auch deshalb kaum noch aufzuhalten, weil die Formate der sozialen Medien keine Analysen mehr zulassen, die der Dimension der Probleme angemessen sind. Komplexe Zusammenhänge passen nun einmal nicht in ein Bild und drei kurze Sätze. Deshalb heute bewusst ein langer Text – für alle, die sich für die innere Architektur der gegenwärtigen Krise interessieren.

 

KARLfreitagsmeditation zur Landtagswahl:

 

ZWISCHEN „GRÜNEM SCHRUMPFEN“ UND „VISION 2026“: DIE UNERKANNTE WERTSCHÖPFUNGSKRISE

* Zitat: „Im Moment verwalten wir hier weitestgehend den Niedergang.“

 

(Jens Spahn am 19. April 2026 in der Sendung „Caren Miosga“)

 

Immer mehr Menschen erleben bereits Wohlstandsverluste oder sehen sie deutlich auf sich zukommen: Energie, Heizen und Mobilität werden teurer, industrielle Grundlagen brechen weg und bisher Selbstverständliches soll künftig eingeschränkt oder ganz aufgegeben werden. Begründet wird diese absehbare Absenkung des Lebensstandards im Wesentlichen mit der notwendigen Bekämpfung des Klimawandels – also mit einem ökologischen Krisenphänomen. Den Menschen wird damit vermittelt: Wir müssen ärmer werden, um die Umwelt zu retten. Genau bei dieser scheinbar selbstverständlichen Verknüpfung sollte man hellhörig werden. Denn sie ist keineswegs so naturgegeben, wie sie dargestellt wird.

 

ZWEI VERSCHRÄNKTE KRISENMOMENTE

 

Der Nürnberger Philosoph und Wirtschaftshistoriker Robert Kurz hat bereits 2008 die Gefahr eines „ökologischen Reduktionismus“ vorausgesehen. Um zu verstehen, was damit gemeint ist, müssen zunächst zwei unterschiedliche, aber miteinander verschränkte Krisenmomente auseinandergehalten werden: die ökonomische Krise der Wertschöpfung und die reale Umweltkrise.

 

Das erste Krisenmoment ist die Wertschöpfungskrise. Sie ist keine Wirtschaftskrise im materiellen Sinne: Maschinen, Wissen, Arbeitskräfte und Ressourcen sind weiterhin vorhanden. Die Fähigkeit, ausreichend und nachhaltig zu produzieren, ist nicht verschwunden. In die Krise geraten ist vielmehr jene gesellschaftliche Form, in der Arbeit, Produktion und Konsumtion über Wert und Geld vermittelt, sprich koordiniert werden. Obwohl der materielle Reichtum wachsen könnte, kann diese Gesellschaft immer weniger „Wert“ erzeugen und deshalb innerhalb dieser Logik immer weniger gesellschaftliche Arbeit mobilisieren. Die Folge ist ein sinkender Lebensstandard: Obwohl die realen Möglichkeiten zur Herstellung ausreichenden Wohlstands weiterhin vorhanden sind, ist aufgrund dieser Vermittlungs- und Koordinationskrise immer weniger davon individuell verfügbar.

 

Das zweite Krisenmoment ist die reale Umweltkrise. Das warenproduzierende System unterwirft die Natur dem Zwang, aus Geld mehr Geld zu machen, und erzeugt dadurch einen maßlosen Ressourcenverbrauch. Meere werden vergiftet, Flüsse vermüllt, Böden verseucht, Wälder abgeholzt, Naturräume immer ausgreifender für die Warenproduktion geopfert. Auch diese ökologische Zerstörung ist real und folgt aus der inneren Logik des warenproduzierenden Systems.

 

Die Wertschöpfungskrise mildert diese aus der Logik des warenproduzierenden Systems hervorgegangene Umweltzerstörung keineswegs, sondern treibt sie zusätzlich an. Wo realwirtschaftlich immer weniger Wertschöpfung entsteht, wird sie durch Kredit und Verschuldung simuliert, indem noch gar nicht erzeugter zukünftiger Wert bereits in der Gegenwart mobilisiert wird. Die immer weiter anwachsende Verschuldung erzeugt auf diese Weise eine permanente Defizitkonjunktur – also ein schuldengetriebenes Wachstum von Produktion und Investitionen –, die den Ressourcenverbrauch künstlich steigert und immer weiter über seine realen Grundlagen hinaustreibt. Je größere Geldmengen dabei mobilisiert werden, desto größere Investitions- und Verwertungsfelder müssen erschlossen werden, die sich immer gravierender von den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen lösen. Ein besonders drastisches Beispiel ist die Rüstungsindustrie mit ihrem notwendigen Anwendungsfeld, dem Krieg: Über sie lassen sich gewaltige Geld- und Ressourcenströme mobilisieren, ohne dass daraus Wohlstand für die Menschen entsteht – im Gegenteil, ihr Ergebnis ist die Vernichtung bereits vorhandenen Wohlstands und der natürlichen Lebensgrundlagen. Die Krise des Werts führt deshalb paradoxerweise nicht zu einem geringeren Ressourcenverbrauch, sondern zu einer immer irrationaleren Übersteigerung des Zugriffs auf die Natur.

 

WAS GESCHIEHT NUN POLITISCH?

 

Die beiden Krisenmomente werden weder in ihrer Eigenständigkeit noch in ihrem inneren Zusammenhang begriffen, sondern gegeneinander ausgespielt. Die reale Umweltkrise wird sachwidrig zu einer Klimakrise umgedeutet und auf ein CO₂- und Emissionsproblem verkürzt. Maßnahmen, die auf CO₂-Preise, die rechnerische Senkung von Emissionen oder sogar auf persönliche CO₂-Budgets zielen, gehen im Wesentlichen an den Folgen dieser Umweltkrise vorbei. Sie verhindern weder die Vergiftung der Meere und Böden noch den allgemeinen Raubbau an Ressourcen oder die Vernichtung natürlicher Lebensräume, sondern können all das sogar noch befördern, wie es sich aktuell in Deutschland am Beispiel des Windkraftausbaus zeigt. Zugleich bleibt bei dieser Verkürzung aller Probleme auf eine „Klimakrise“ die Wertschöpfungskrise als Ursache der Wohlstandsverluste und als zusätzlicher Treiber der ökologischen Zerstörung vollständig ausgeblendet.

Das politisch Manipulative liegt in einer Übertragung von Plausibilität von einem realen Szenario auf ein politisches Narrativ: Die Menschen erleben die komplexen und vielgestaltigen Umweltfolgen des warenproduzierenden Systems – plastikvermüllte Meere, Ölpesten, Smog, verseuchte Böden, zerstörte Landschaften und die verheerenden Folgen der Rohstoffgewinnung. Weil sie ganz konkret sehen, dass diese Produktionsweise Natur und Lebensgrundlagen zerstört, erscheint ihnen auch die politische Erzählung einer ökologischen Krise unmittelbar plausibel. Nur dass diese Erzählung das Problem radikal verkürzt, denn in die politische Bearbeitung gehen nicht mehr diese realen, komplexen Umweltfolgen ein, sondern nur noch CO₂-Emissionen und Klimawandel. Ob es sich dabei um ein Teilproblem oder um eine komplette Ersatzkonstruktion handelt, wird an dieser Stelle nicht diskutiert. Entscheidend ist, dass durch diese Umdeutung sowohl die innere Krise des warenproduzierenden Systems als auch seine tatsächlichen ökologischen Schadwirkungen aus dem Blick geraten.

 

Damit verkürzt sich zugleich die vermeintliche Problemlösung. Statt notwendige Veränderungen auf gesellschaftlicher Ebene zu reflektieren und anzustoßen, zielen die politischen Maßnahmen fast ausschließlich auf das Verhalten des Einzelnen – weniger heizen, weniger Auto fahren, weniger reisen, weniger Fleisch essen.

 

Die reale Erfahrung ökologischer Zerstörung wird so gegen die Menschen selbst gewendet, indem ihnen ein individuelles Schuld- und Verzichtsszenario als notwendige Konsequenz suggeriert wird. Das tatsächliche Müllproblem beispielsweise wäre nur gesellschaftlich zu lösen: Produkte könnten in völlig anderen Versorgungs- und Verteilungsstrukturen bereitgestellt und Verpackungen dadurch drastisch reduziert werden. Dazu müsste allerdings auch die warenförmige, über den Tauschwert organisierte Verteilung infrage gestellt werden, die wesentlich dazu beiträgt, dass nahezu jedes Produkt einzeln verpackt, transportiert, beworben und verkauft werden muss. Aus der realen Umweltkrise folgt daher keineswegs zwangsläufig, dass die Menschen weniger heizen, weniger mobil sein oder auf einen angemessenen Lebensstandard verzichten müssten. Erst aus ihrer Verkürzung auf CO₂ und Klimawandel wird ihnen genau dies als alternativlos suggeriert.

 

„GRÜNE“ POLITIK ALS LEGITIMATIONSIDEOLOGIE DER STAATLICHEN KRISENVERWALTUNG*

 

So wird eine objektiv – vor dem Hintergrund verfügbarer Produktivkräfte, die so effizient und leistungsfähig sind wie noch nie – völlig unnötige Wohlstandsreduktion in eine ökologische Notwendigkeit zur Klimarettung umgedeutet. Der ökologische Reduktionismus geht damit eine unheilige Allianz mit der staatlichen Krisenverwaltung* ein: Er liefert nicht nur die perfekte Legitimationsideologie, sondern zugleich eine absurde Sinnstiftung für Verarmungsphänomene, die in Wahrheit der Krise des „Werts“ entspringen, also der Krise jener seit dem 16. Jahrhundert entstandenen Form der gesellschaftlichen Koordination, die heute historisch ausgereizt ist und die gesellschaftliche Weiterentwicklung nicht mehr tragen kann. Auch die historischen, bis heute andauernden Wohlstands- und Entwicklungsblockaden in den Elendsregionen der Welt gingen immer schon aus der ausgrenzenden Logik dieser Vermittlungsform des Werts hervor. Auch bisher schon haben wir es mit einer künstlichen Armut zu tun, die nicht einer begrenzten Verfügbarkeit von Ressourcen oder zu niedriger Produktivität entspringt, sondern der dysfunktionalen Vermittlung der gesellschaftlichen Arbeit über den Tauschwert.

 

Materiell könnten wir nachhaltig Wohlstand für alle produzieren – ohne die Meere zu vergiften, die Böden zu zerstören, Regenwälder abzuholzen oder ganze Weltregionen künstlich in Armut und Elend zu halten –, wenn wir Produktion und Verteilung nach anderen gesellschaftlichen Prinzipien organisieren würden.

 

Die grundlegende Unzulänglichkeit und inzwischen fundamentale Krise des Werts als gesellschaftlichem Vermittlungsprinzip bleibt jedoch weiterhin gesellschaftlich unbegriffen. Die nun auch in den kapitalistischen Zentren einsetzenden Verarmungs- und teilweise sogar Verelendungsprozesse werden stattdessen im Rahmen des Klimawandelnarrativs zynisch mit Sinn aufgeladen und als alternativlose Beiträge zur Rettung der Welt fehlinterpretiert. Nicht die überkommene, erodierende und immer dysfunktionaler werdende Vermittlungsform erscheint als Problem, sondern die zu hohen Emissionen und im weiteren Kurzschluss der vermeintlich zu hohe Lebensstandard der Menschen. Genau in dieser Übersetzung einer unbegriffenen, politisch nicht bearbeiteten, sondern lediglich verwalteten Systemkrise in objektiv nicht notwendige individuelle Verzichtsszenarien besteht die politische Funktion von Instrumenten wie einem persönlichen CO₂-Budget.

 

WARUM AUF DIE KRISE WARTEN:

 

ZERSTÖRUNG VON INFRASTRUKTUR ALS VORGRIFF AUF DEN ENTWERTUNGSSCHOCK

 

Vor diesem Hintergrund scheint auch im gegenwärtigen Umbau der Energieinfrastruktur ein zutiefst irrationales Moment auf. Im Lichte der Ausführungen Robert Kurz’ betrachtet, wirkt er wie eine Form vorauseilenden Gehorsams gegenüber dem erst noch vollständig durchschlagenden Entwertungsprozess. Die Politik greift jener kommenden Entwertung, in deren Verlauf immer größere Teile der gesellschaftlichen Infrastruktur innerhalb der Wertlogik tatsächlich nicht mehr finanzierbar sein werden, bereits vor und zerstört funktionsfähige materielle Strukturen, noch bevor deren Erhalt objektiv unmöglich geworden ist. Statt die vorhandenen Produktions- und Versorgungsgrundlagen gegen die Krise zu sichern und sie zum Ausgangspunkt einer anderen gesellschaftlichen Organisation zu machen, wird, so scheint es, ihr Abbau politisch beschleunigt. Und das wird von den treibenden politischen Kräften – ideologisch im Narrativ des Klimawandels befangen – auch noch als ökologischer Fortschritt missverstanden. Fast könnte es scheinen, als verwalte die staatliche Krisenverwaltung* den Niedergang nicht nur, sondern nehme ihn in einem geradezu selbstzerstörerischen Vorgriff praktisch vorweg.

 

Geradezu mustergültig für diesen von Robert Kurz so hellsichtig bestimmten ökologischen Reduktionismus, der als Bewältigungsstrategie von Wertschöpfungs- und Umweltkrise völlig am Problem vorbeigeht, steht Ulrike Herrmanns Konzept des „grünen Schrumpfens“. Was sie als Überwindung des Kapitalismus präsentiert – staatlich gelenkte Produktion, Rationierung und eine drastische Senkung der Wirtschaftsleistung –, ist in Wahrheit die Legitimationsideologie der beschriebenen staatlichen Krisenverwaltung*: Die aus der Wertschöpfungskrise hervorgehende Verarmung wird kaltblütig in die Lebenswirklichkeit der Menschen übersetzt und ihnen als ökologisch vermeintlich notwendiges Opfer auferlegt. Die materielle Einschränkung erscheint damit nicht länger als Folge einer historisch ausgereizten Verteilungs- und Vermittlungsform, sondern als alternativlose Voraussetzung für eine phantasmagorische Rettung einer vom Klimakollaps bedrohten Welt.

 

DAS POLITISCHE VAKUUM

 

Darin zeigt sich zugleich das eigentliche politische Vakuum: Es gibt bisher keine politische Kraft, die diesen Zusammenhang entschlüsselt. Die eine Seite liefert mit der ökologischen Umdeutung die Legitimationsideologie für die staatliche Verwaltung der Krise. Die andere Seite durchschaut zwar vielfach diese politische Strategie, hält jedoch weiterhin an Wert, Geld, Markt und Tausch als vermeintlich dauerhaft tragfähigen Vermittlungsformen fest. Sie deutet die Wohlstandsverluste deshalb lediglich als Folge falscher Energie-, Klima- oder Wirtschaftspolitik und begreift nicht die innere Notwendigkeit der Wertschöpfungskrise. Bereits Marx beschrieb eine innere Schranke, an der sich das auf dem Tauschwert beruhende warenproduzierende System nicht mehr weiterentwickeln kann.

 

Auch eine politische Kraft wie die AfD stößt bislang zu diesem eigentlichen Problem nicht vor. Ihr Versprechen besteht im Kern darin, durch eine andere Energie-, Industrie- und Standortpolitik jene Bedingungen wiederherzustellen, unter denen Deutschland aufgrund seiner besonderen Stellung in der Weltwirtschaft erst später und zunächst weniger hart von der allgemeinen Wertschöpfungskrise getroffen worden wäre.

 

VISION 2026: EIN POLITISCHES LUFTHOLEN

 

Ulrich Siegmunds Vision 2026 und ihr Leitmotiv „Wir holen uns unser schönes Land zurück“ bringen diese Position, wie sie sich mit der Kritik der politischen Ökonomie bestimmen lässt, exakt auf den Punkt. Sie ist nicht mehr, aber auch nicht weniger als der politische Versuch, das Land aus der verfrühten Logik einer staatlichen Krisenverwaltung* und ihrer Legitimationsideologie des „grünen Schrumpfens“ herauszulösen. Sie versucht, den unmittelbaren Prozess der politisch organisierten Verarmung aufzuhalten und dem Land noch einmal Luft zu verschaffen, bevor der eigentlich notwendige gesellschaftliche Transformationsschritt bewältigt werden muss.

 

Ob eine solche Wiederherstellung der besseren Ausgangsposition für die globale Krise des Werts zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch möglich ist, bleibt leider fraglich. Und selbst wenn sie gelänge, wäre sie lediglich ein nationaler Zeitaufschub innerhalb einer Krise, die längst weite Teile der Weltwirtschaft erfasst hat. Darin erschöpft sich die historische Möglichkeit einer solchen Politik, solange sie nicht zur eigentlichen Ursache vordringt: zur Krise des Werts selbst als gesellschaftlichem Vermittlungsprinzip.

 

Das bedeutet jedoch nicht, dass es innerhalb der Vision 2026 keine Ansätze gäbe, die für eine weiterführende politische Perspektive aufgegriffen werden könnten. Robert Kurz hat immer wieder betont, dass es für die neue historische Situation keine fertige Lösung gibt. Es gibt gleichwohl eine politische Leitlinie: Der Ausgangspunkt muss darin bestehen, der Tendenz zur bloßen staatlichen Verwaltung der Krise* und zur Beschneidung von Lebensmöglichkeiten die konkreten Lebensbedürfnisse der Menschen als unverhandelbar entgegenzustellen: Nahrung, Kleidung, Wohnung, Strom, Energie, Bildung, gesundheitliche Versorgung, Infrastruktur. Was die Menschen zum Leben brauchen, muss zum selbstverständlichen Bezugspunkt der Politik werden – unabhängig davon, ob seine Bereitstellung innerhalb der überlebten Wertlogik noch rentabel erscheint. Von diesem Ausgangspunkt aus müsste dann allerdings konzeptionell weitergedacht werden: hin zu einer gesellschaftlichen Form, in der Produktion und Verteilung nicht länger dem abstrakten Selbstzweck der Wertvermehrung, sondern bewusst den konkreten Lebensbedürfnissen der Menschen folgen.

 

THEORETISCHER BEZUG:

 

Robert Kurz: Interview mit der brasilianischen Internet-Zeitschrift IHU On-Line, 17. Oktober 2008; abgedruckt in: Robert Kurz; Klaus Bittermann (Hrsg.): Weltkrise und Ignoranz. Berlin: Edition Tiamat, 2013, S. 216.

 

„Es besteht allerdings die Gefahr, dass die beiden Momente der historischen Krise gegeneinander ausgespielt werden; sowohl von den kapitalistischen Eliten als auch von den Vertretern eines ›ökologischen Reduktionismus‹, die nur die äußere Naturschranke gelten lassen wollen.

 

Die kapitalistische Krisenverwaltung und der ›ökologische Reduktionismus‹ könnten eine unheilige Allianz eingehen, die darauf hinausläuft, die ökonomische Schranke zu verleugnen und im Namen der ökologischen Krise den verarmten und verelendeten Massen eine Ideologie des sozialen Verzichts zu predigen.

 

 

Demgegenüber muss festgehalten werden, dass die Krise, Kritik und Überwindung des kapitalistischen Formzusammenhangs Priorität besitzt, weil die Naturzerstörung Folge und nicht Ursache der inneren Schranke dieses Systems ist.“

 

Unter der Bezeichnung „Mitmachricht“ veröffentlichen wir die uns zugesandten Beiträge. Die Inhalte spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider, die Angaben erfolgen ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit.

Ihnen gefällt unsere Arbeit? Unterstützen Sie HalloOberland mit einer PayPal-Spende und tragen Sie so zur Meinungsvielfalt in unserer Region bei. Vielen Dank!

Veranstaltungen

Meistgelesen