Rund 250 Besucher bei Filmvorführung in Knau – UBV zieht positive Bilanz

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Dokumentarfilm „Wenn der Wind sich dreht“ sorgt für großes Interesse und intensive Diskussion – UBV fordert grundlegendes Umdenken in der Energiepolitik

 

Mit rund 250 Besucherinnen und Besuchern war die öffentliche Vorführung des
Dokumentarfilms „Wenn der Wind sich dreht“ am 30. Oktober 2026 im Rittergut Knau ein
voller Erfolg. Die Unabhängige Bürgervertretung Saale-Orla e. V. (UBV) hatte zu diesem
Filmabend mit anschließender Diskussion eingeladen. Die große Beteiligung zeigte aus Sicht
der Veranstalter, wie sehr die Auswirkungen des Windenergieausbaus die Menschen in
unserer Region beschäftigen. Der Dokumentarfilm, der sich kritisch mit den Folgen des
Windenergieausbaus für Mensch, Natur, Landschaft und die betroffenen Gemeinden
auseinandersetzt, erfüllte nach Einschätzung der UBV alle Erwartungen. Eindrucksvoll kamen
Bürgerinitiativen, Naturschützer und weitere Gesprächspartner aus verschiedenen Regionen
Deutschlands zu Wort. Dabei wurden insbesondere die Eingriffe in Natur- und
Kulturlandschaften, Fragen des Artenschutzes sowie die wirtschaftlichen und
gesellschaftlichen Folgen des weiteren Ausbaus thematisiert.

W. Kleindienst am Rednerpult


Offene Diskussion über Naturschutz, Strompreise und kommunale Einnahmen
Im Anschluss an die Filmvorführung standen Andreas Schuster, Mitautor des
Dokumentarfilms, Mario Schürner, Vorstandsmitglied von proVOGTLANDschaft e. V.,
sowie Wolfgang Kleindienst, Kreistagsmitglied des Saale-Orla-Kreises für die UBV, für
Fragen und eine offene Diskussion zur Verfügung. Dabei ging es nicht nur um die
Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Natur und Landschaft, sondern insbesondere
auch um die Versorgungssicherheit, die Entwicklung der Strompreise, die Finanzierung des
Netzausbaus und die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Bürger und Kommunen.
Ein weiterer Schwerpunkt waren die staatlichen Fördermechanismen nach dem Erneuerbare
Energien-Gesetz (EEG). Erläutert wurde unter anderem, weshalb niedrige Börsenstrompreise
nicht zwangsläufig zu niedrigeren Gesamtkosten der Stromversorgung führen. Auch die
kommunale Beteiligung nach § 6 EEG und die Frage, welche finanziellen Vorteile den
Gemeinden aus Gewerbesteuereinnahmen tatsächlich verbleiben, wurden angesprochen.
Die UBV machte deutlich, dass bei der Bewertung der Windenergie nicht allein die
unmittelbaren Erzeugungskosten betrachtet werden dürfen. Vielmehr müssten auch die
Kosten für Netzausbau, Netzstabilität, Speicher, Reservekraftwerke und staatliche Förderung
berücksichtigt werden.
„Eine wetterabhängige Stromerzeugung allein kann die jederzeit sichere Versorgung eines
Industrielandes nicht gewährleisten. Deshalb müssen wir die Frage stellen, ob der immer
weitere Ausbau der Windenergie mit seinen Eingriffen in unsere Natur- und
Kulturlandschaften noch in einem angemessenen Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen und zu
den Gesamtkosten steht“, erklärte Wolfgang Kleindienst.

zahlreich erschienenes, interessiertes Publikum


UBV fordert Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen
Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die energiepolitischen Forderungen der UBV an
die Bundes- und Landesgesetzgebung vorgestellt.
Nach Auffassung der UBV muss der weitere Ausbau der Windenergie stärker am
tatsächlichen Strombedarf, an vorhandenen Netzkapazitäten, an der Versorgungssicherheit
und an der Wirtschaftlichkeit ausgerichtet werden.

Die UBV setzt sich deshalb unter anderem für eine Abschaffung der verbindlichen
bundesrechtlichen Flächenziele für Windenergieanlagen ein. Hierzu wären insbesondere
Änderungen des Windenergieflächenbedarfsgesetzes und der damit verbundenen Regelungen
des Baugesetzbuches erforderlich. Auch die Ausbauziele und die besondere gesetzliche
Stellung erneuerbarer Energien im EEG sollten überprüft werden. Ziel der UBV ist es, den
weiteren großflächigen Ausbau von Windenergieanlagen, insbesondere in Wald- und
sensiblen Naturräumen, zu stoppen und die Energiepolitik stärker an Versorgungssicherheit,
Wirtschaftlichkeit und den Interessen der betroffenen Menschen auszurichten.


Energiedialog mit Thüringens Umweltminister am 18. November
Diese Fragen werden auch Gegenstand des nächsten Energiedialogs am 18. November 2026
im Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten in Erfurt sein.
Zu diesem Gespräch hat Umweltminister Tilo Kummer Vertreter von Bürgerinitiativen erneut
eingeladen. Die UBV hat dem Ministerium bereits am 18. Oktober einen abgestimmten
Katalog mit 24 Fragen und Forderungen zum Entwurf des Thüringer
Energieermöglichungsgesetzes übermittelt. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die
Versorgungssicherheit, die integrierte Netz- und Regionalplanung, die volkswirtschaftlichen
Gesamtkosten der Energieversorgung, die kommunale Beteiligung und der Schutz von
Menschen, Natur und landwirtschaftlichen Nutzflächen.
Die UBV erwartet von diesem Dialog eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den
vorgetragenen Argumenten und konkrete Antworten auf die offenen Fragen.


Dank an Besucher, Helfer und Unterstützer
Die Unabhängige Bürgervertretung Saale-Orla bedankt sich herzlich bei allen rund 250
Besucherinnen und Besuchern für ihr großes Interesse, die Aufmerksamkeit während der
Filmvorführung und die Beteiligung an der anschließenden Diskussion.
Ein besonderer Dank gilt Andreas Schuster und Mario Schürner für ihre Mitwirkung, den
Organisatoren und ehrenamtlichen Helfern sowie dem Team der Gaststätte für die freundliche
Betreuung und die gastronomische Versorgung der Gäste.
Ebenso bedankt sich die UBV ausdrücklich für die zahlreichen freiwilligen Spenden. Diese
Unterstützung und die große Resonanz bestärken die Bürgervertretung darin, sich auch
weiterhin für den Schutz unserer Heimat, eine sichere und bezahlbare Energieversorgung und
eine stärkere Beteiligung der Bürger an energiepolitischen Entscheidungen einzusetzen.

 

Wolfgang Kleindienst, Stellvertretender Vorsitzender Unabhängige Bürgervertretung Saale-Orla e. V. (UBV)

 

Bilder: W.Kleindienst

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