Falsche „Kriminalbeamte“/ vermeintlicher „Staatsanwalt“ erbeuten Schmuck und Wertgegenstände – Polizei sucht Zeugen und warnt

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Landespolizeiinspektion Saalfeld

 

Saalfeld. Eine 82-jährige Saalfelderin erstattete am Mittwoch Anzeige bei der Polizei, nachdem sie Opfer einer perfiden Betrugsmasche geworden war. Die Kriminalpolizei hat nun Ermittlungen wegen des Verdachts des bandenmäßigen Betrugs und Amtsanmaßung aufgenommen.

 

Bereits am Montagnachmittag (20.07.2026) erhielt die Seniorin einen Anruf von einem Mann, der sich als Kriminalbeamter der Polizei Saalfeld ausgab. Im weiteren Gespräch schaltete sich ein angeblicher Staatsanwalt aus Gera hinzu. Unter dem Vorwand laufender Ermittlungen zu Einbruchsdiebstählen in der Nachbarschaft erkundigten sich die Täter nach Bargeld, Schmuck und Wertgegenständen und überzeugten die Frau schließlich in stundenlangen und teils sehr fordernden Telefonaten davon, ihre Wertsachen zur angeblichen Überprüfung herauszugeben.

 

Am Dienstagnachmittag leerte die Geschädigte ihre Bankschließfächer. Gegen 18.00 Uhr übergab sie an ihrer Wohnanschrift mehrere goldene Schmuckstücke, Münzsammlungen und weitere Wertgegenstände im Gesamtwert von rund 60.000 Euro an einen unbekannten Mann. Erst anschließend bemerkte sie den Betrug.

 

Der Abholer wird als etwa 30 bis 35 Jahre alt, schlank, mit südländischem Erscheinungsbild sowie kurzen dunklen Haaren beschrieben. Er lief aus Richtung der Brucknerstraße zur Wohnanschrift der Geschädigten und entfernte sich anschließend wieder zu Fuß in diese Richtung.

 

Die Polizei bittet Zeugen, die den beschriebenen Mann oder verdächtige Personen und Fahrzeuge im Bereich der Brucknerstraße am Dienstag gegen 18 Uhr beobachtet haben oder sonstige Hinweise geben können, sich bei der KPI Saalfeld (03672-4171464) zu melden.

 

Warnhinweis der Polizei:

 

Polizei, Staatsanwaltschaft oder andere Behörden werden Sie niemals am Telefon nach Bargeld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen fragen oder deren Herausgabe verlangen. Beenden Sie derartige Telefonate sofort – es handelt sich um Betrug. Geben Sie keine Auskünfte über Bargeld, Schmuck, Bankschließfächer oder sonstige Vermögenswerte. Nennen Sie keine PINs oder Bankdaten, tätigen Sie keine Überweisungen auf telefonische Anweisung und übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen. Verständigen Sie im Zweifel sofort den Polizeinotruf 110 oder wenden Sie sich an Ihre örtlich zuständige Polizeidienststelle beziehungsweise an vertraute Angehörige oder Bekannte.

 

Bei derartigen Betrugsmaschen handeln mutmaßlich mehrere Personen in eng organisierter Art und Weise vom Erstanruf über Folgetelefonate bis hin zur Abholung gemeinsam, um an Wertgegenstände der Angerufenen zu gelangen. Häufig sind auch persönliche Umstände wie Sterbedatum des Ehepartners, Angaben zu Kindern oder sonstige, persönliche Gegegebenheiten bekannt. Lassen Sie sich dadurch nicht verunsichern oder beeinflussen. Beenden Sie unverzüglich derartige Gespräche.


Pressestelle
Telefon: 03671 56 1503
E-Mail: presse.lpi.saalfeld@polizei.thueringen.de

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