von Wolfgang Kleindienst, Kreistagsmitglied Unabhängige Bürgervertretung Saale-Orla – UBV
Die Diskussion um den Wiederaufbau der Linkenmühlenbrücke spitzt sich zu. Während Landrat
Wolfram (SPD) des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt auf eine Hängebrücke setzt, sprechen die
Fakten eine andere Sprache. Wirtschaftlich, verkehrlich und sogar förderrechtlich ist diese Lösung
nicht überzeugend. Dabei ist uns eine Klarstellung besonders wichtig:
Wir sprechen uns ausdrücklich gegen einen Durchgangsverkehr des Schwerlastverkehrs aus.
Die Wiedererrichtung der Linkenmühlenbrücke dient aus unserer Sicht nicht dazu, zusätzlichen
Schwerlastverkehr anzuziehen, sondern vielmehr dazu, eine wichtige regionale Querverbindung
zwischen Bad Lobenstein und Pößneck wiederherzustellen.
Diese Verbindung ist für die Menschen vor Ort, für den Alltagsverkehr, für Rettungsdienste sowie
für die regionale Wirtschaft von großer Bedeutung. Es geht um eine funktionierende
Infrastruktur für die Region – nicht um überregionalen Transitverkehr.
Es gibt keinen Zwang zur Hängebrücke. Immer wieder wird behauptet, die Fördermittel des Bundes
seien nur für eine reine Fuß- und Radwegbrücke vorgesehen.
Gleichzeitig wird von Seiten des Landrates Wolfram und der Planer behauptet, alternative
Brückenvarianten seien nicht förderfähig. Diese Aussage steht jedoch im klaren Widerspruch zum
vorliegenden Zuwendungsbescheid, der keine Festlegung auf eine bestimmte Bauart enthält.
Der Zuwendungsbescheid stellt klar: Gefördert wird die „Wiedererrichtung der Brücke … zur
Verbesserung des Radverkehrs“.
Entscheidend ist der Radverkehr, nicht die Bauart. Eine Stahlverbundbrücke mit integriertem
Radweg erfüllt diese Voraussetzung vollständig. Die Darstellung, nur eine Hängebrücke sei
förderfähig, ist daher irreführend.
Die aktuell geplante Hängebrücke ist ausdrücklich als „Radwegbrücke mit Sondernutzung“
vorgesehen. Eine gleichwertige, uneingeschränkt nutzbare Verkehrsverbindung stellt sie damit
gerade nicht dar.
Es stellt sich die berechtigte Frage, warum ausgerechnet an der Linkenmühle eine Hängebrücke
gebaut werden soll. Hängebrücken kommen im Straßenbau üblicherweise bei sehr großen
Spannweiten zum Einsatz, wenn andere Bauweisen nicht mehr wirtschaftlich oder technisch
sinnvoll sind. Für die hier vorliegende Spannweite existieren hingegen mehrere bewährte
Alternativen, die im Brückenbau seit Jahrzehnten Standard sind.
Die Entscheidung für eine Hängebrücke wirft daher erhebliche fachliche Fragen auf.
Wer die Hängebrücke, wie der SPD Landrat Wolfram will, entscheidet sich bewusst für höhere
Kosten zulasten der Steuerzahler.
Nach den vorliegenden Planungen wird der Verkehr über die Brücke durch eine Ampelregelung
gesteuert, sodass Fahrzeuge die Brücke nur wechselweise passieren können. Auch die Traglast
von rund 30 Tonnen zeigt, dass es sich nicht um eine vollwertige Infrastruktur für den regionalen
Verkehr handelt.
Die geplante Hängebrücke bedeutet Rückschritt statt Fortschritt durch Einspurigkeit mit
Ampelregelung, Einschränkungen für LKW, Busse und Landwirtschaft und Probleme für
Rettungsdienste. Das ist keine moderne Infrastruktur – sondern ein Flaschenhals mitten in der
Region.
Die Stahlverbundbrücke hingegen ermöglicht zweispurigen Verkehr, ist voll belastbar und sichert
Versorgung, Wirtschaft und Tourismus
Die fachliche Bewertung sagt aus, die Hängebrücke ist keine Vorzugsvariante. Die
Machbarkeitsstudie zeigt eindeutig, die wirtschaftlichsten Lösungen sind konventionelle
Bauweisen, eine Hängebrücke gehört nicht zu den günstigsten Varianten.
Trotzdem wird genau diese Variante politisch vorangetrieben.
Wir sagen klar, die Hängebrücke ist die teurere, schlechtere und weniger leistungsfähige Lösung.
Eine Stahlverbundbrücke ist wirtschaftlicher, leistungsfähiger und ebenso förderfähig.
Wer trotzdem an der Hängebrücke festhält, muss sich fragen lassen, geht es hier noch um eine
sinnvolle Infrastruktur oder um ein Prestigeprojekt auf Kosten der Bürger?
Wir werden das Thema weiter politisch und fachlich begleiten und uns dafür einsetzen, dass am
Ende eine wirtschaftliche, leistungsfähige und zukunftsfähige Lösung für unsere Region umgesetzt
wird.





