Wolfgang Kleindienst, Mitglied Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt und Regionalentwicklung, Unabhängige Bürgervertretung Saale-Orla (UBV)
Die Unabhängige Bürgervertretung Saale-Orla (UBV) kritisiert die Regionalplanung Ostthüringen
wegen der überdurchschnittlich großen Zahl geplanter Windvorranggebiete im Saale-Orla-Kreis
und fordert mehr Transparenz, eine gerechte Verteilung der Belastungen sowie eine stärkere
Einbindung der kommunalen Gremien. Anlass ist die Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft,
Landwirtschaft, Umwelt und Regionalentwicklung, bei der das Thema „Sachstand
Windvorranggebiete Saale-Orla-Kreis“ am 24.11.25, auf Antrag des Kreistagsmitglieds Wolfgang
Kleindienst (UBV) beraten wird.
Kleindienst: „Wir wurden übergangen – trotz massiver Auswirkungen auf unseren
Landkreis“
Kritisiert wird vor allem, dass der Kreistag und der zuständige Ausschuss vor der
Beschlussfassung der Regionalen Planungsgemeinschaft Ostthüringen (RPG) am 4. Juni 2025
nicht eingebunden wurden:
„Der Saale-Orla-Kreis ist von der neuen Windkraftplanung besonders stark betroffen – und
trotzdem wurden wir als Kreistag erst informiert, als der fertige Entwurf schon öffentlich
auslag. Das ist weder transparent noch demokratisch legitimiert.“
Die RPG hatte im Juni den Entwurf des „Sachlichen Teilplans Windenergie und Sicherung des
Kulturerbes“ beschlossen und zur Beteiligung freigegeben – ohne vorherige Unterrichtung der
kommunalpolitischen Gremien im Saale-Orla-Kreis.
Überproportionale Belastung des Saale-Orla-Kreises
Besonders kritisch sieht die UBV, dass der Landkreis erneut überdurchschnittlich viele neue
Vorrangflächen ausweisen soll – trotz bereits heute hoher Windrad-Dichte.
„Wenn ein Landkreis schon stark belastet ist, dann darf er nicht noch weiter zum Windkraft-
Lastenträger gemacht werden“, so Kleindienst.„Wir fordern nachvollziehbare Kriterien für die Verteilung der Flächen auf alle Landkreise
der Region.“
Kulturerbe und Landschaftsbild gefährdet
Die UBV verweist außerdem auf erhebliche Konflikte mit Kultur- und Naturschutz:
- Nähe zu Burg Ranis, Schloss Burgk und historischen Ortskernen,
- empfindliche Sichtachsen,
- touristisch wertvolle Landschaftsräume,
- Natura-2000-Gebiete, Biotope und Vogelzugkorridore.
„Der Plan trägt im Titel den Schutz des Kulturerbes. In der Realität sehen wir
Vorranggebiete in unmittelbarer Nähe zu unseren wichtigsten Denkmälern und
Landschaftsräumen“, kritisiert Kleindienst.
„Das widerspricht dem eigenen Anspruch der Planer und gefährdet das touristische
Profil des Saale-Orla-Kreises.“
Energiewende ja – aber ausgewogen, dezentral und bürgernah
Die UBV betont, dass sie die Energiewende unterstützt, aber nicht in der jetzigen Form:
- Repowering,
- Dach- und Gewerbe-PV,
- Konversionsflächen,
- dezentrale Eigenversorgung,
- technologieoffene Lösungen
werden nach UBV-Einschätzung bislang ungenügend berücksichtigt.
„Es kann nicht sein, dass wir eine einseitige Windkraftwende erleben, während
dezentrale Alternativen kaum Beachtung finden“, so Kleindienst weiter.
UBV fordert Klarheit, Bürgerbeteiligung und Schutz der kommunalen Planungshoheit
In der Sitzung fordert Kleindienst:
- Komplette Offenlegung der Kriterien, warum der Saale-Orla-Kreis so stark belastet wird.
- Ausführliche Klärung der Auswirkungen auf Kulturlandschaft, Natur und Tourismus.
- Erklärung, warum der Kreistag nicht frühzeitig eingebunden wurde.
- Stellungnahme der RPG, wie kommunale Selbstverwaltung nach Art. 28 GG gewährleistet
bleibt. - Gleichberechtigte Prüfung alternativer Energieformen.
Zum Abschluss stellt Kleindienst klar:
„Der Saale-Orla-Kreis steht für seine Kulturlandschaft, seine Gemeinden und für eine
verantwortungsvolle Energiepolitik.
Wir werden nicht zulassen, dass unser Landkreis überproportional belastet wird, ohne
dass wir als gewählte Vertreter beteiligt sind.“
UBV warnt zusätzlich vor weiter steigenden Strompreisen und hohen Folgekosten
Steigende Strompreise werden zu einem sozialen und wirtschaftlichen Risiko
Die UBV kritisiert, dass der forcierte Ausbau großer, zentraler Windparks nicht zu sinkenden
Stromkosten führt – im Gegenteil:
- Der Strompreis für Haushalte und Unternehmen ist trotz massiver Förderung erneuerbarer
Energien kontinuierlich gestiegen. - Netzengpässe, Redispatch-Maßnahmen und steigende Netzentgelte belasten die Preise
zusätzlich. - Besonders die ländlichen Regionen wie der Saale-Orla-Kreis zahlen über die Netzentgelte
überproportional mit.
Kleindienst: „Die Energiekosten steigen, weil der Netzausbau, die Abregelungen und
der Anschluss großer Windparks enorme Kosten verursachen. Am Ende zahlen das die
Bürger – und auch der Landkreis.“
Betroffen ist auch der Kreishaushalt
Der UBV zufolge wirken sich die steigenden Strom- und Energiekosten bereits spürbar auf:
- die Kreisverwaltung,
- Schulen
- den ÖPNV, die Abfallwirtschaft des ZASO
- kommunale Gebäude und Liegenschaften,
- sowie auf soziale Einrichtungen im Kreis aus.
„Wenn Strompreise steigen, steigen automatisch auch die Kosten für alle öffentlichen
Einrichtungen. Dadurch geraten die Haushalte der Kommunen und des Kreises unter Druck“,
warnt Kleindienst.
Die UBV fordert daher, dass die Regionalplanung wirtschaftliche Auswirkungen auf Kommunen
und Bevölkerung verbindlich in die Abwägung einbezieht.
Wir vertreten die Interessen der Bürgerinnen und Bürger und betonen:
„Die Energiewende ist ökologisch, wirtschaftlich und sozial gescheitert. Sie ist nicht
bezahlbar, nicht naturverträglich und nicht demokratisch zustande gekommen.
Wir werden nicht akzeptieren, dass der Saale-Orla-Kreis überlastet wird – weder
landschaftlich noch finanziell.“







