Klarstellung zu Aussagen der OTZ zum Thema Batteriespeicher bei Bodelwitz

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von Wolfgang Kleindienst, Kreistagsmitglied UBV – Saale-Orla-Kreis

 

In einem am 20. November 2025 erschienenen Artikel der OTZ wird der Eindruck erweckt, ich
hätte die Existenz eines bereits konkreten Projektes zum Bau eines großtechnischen
Batteriespeichers in der Bodelwitzer Flur behauptet. Diese Darstellung ist unzutreffend. Ich stelle
hierzu Folgendes klar:

 

 

1. Es ging ausdrücklich um ein potenzielles Bauinteresse – nicht um ein bestehendes Projekt


Bei der Veranstaltung „Landrat vor Ort“ habe ich auf entsprechende Gerüchte und erste Hinweise
zu einem möglichen Vorhaben hingewiesen, um Transparenz herzustellen. Von einem
bestehenden Projekt oder einer abgeschlossenen Planung war nicht die Rede.
Der OTZ-Artikel lässt diese Differenzierung vermissen und stellt meine Aussage dadurch verzerrt
dar.

 

2. Schriftliche Hinweise zu geplantem Flächenerwerb liegen vor


Mir liegen schriftliche Unterlagen vor, aus denen hervorgeht, dass die Consilium Project GmbH
Interesse bekundet hat, in der Region eine Fläche von etwa 0,5 Hektar zu erwerben, offenbar zum
Zweck der Entwicklung eines Batteriespeicherprojekts.
Dies bestätigt, dass es, entgegen der Darstellung der OTZ, sehr wohl ein nachweisbares Interesse
eines Unternehmens gibt, sich entsprechende Flächen zu sichern.
Die Namen der betroffenen Grundstückseigentümer können aus Datenschutzgründen nicht
veröffentlicht werden. Dies war von Beginn an zugesichert und bleibt selbstverständlich so.

 

3. Consilium Project GmbH: Nachweislich starke Ausrichtung auf Batteriespeicher-Projekte


Aus uns vorliegenden Hintergrundinformationen ergibt sich, dass die Consilium-Gruppe
bundesweit eine wachsende Pipeline von Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekten verfolgt.
Auch wenn bislang keine öffentlich dokumentierten, bereits in Betrieb befindlichen
Großspeicher des Unternehmens existieren, zeigt das Firmenmaterial eindeutig, dass
Batteriespeicher ein strategischer Schwerpunkt der nächsten Jahre sind

 

4. Kritik an großtechnischen Batteriespeichern: Netzdienstlichkeit fraglich, Preiswirkung
negativ


Unsere Position zu Batteriespeichern bleibt klar:
Großspeicher werden in der Regel nicht primär zur Netzstabilisierung gebaut, sondern meist zur
Strompreis-Arbitrage, also dem gewinnorientierten An- und Verkauf von Energie.
Dies führt dazu, dass

  • keine echte Entlastung im lokalen oder regionalen Netz entsteht,
  • sondern zusätzliche Preisschwankungen, die letztlich die Stromkosten für Verbraucher
    und Unternehmen erhöhen können.
    Die Annahme, ein Speicher sei allein aufgrund seines Anschlusses an das Umspannwerk
    „netzdienlich“, ist fachlich nicht belegbar – auch landesweit zeigen Beispiele, dass Speicher
    häufig überwiegend im Handelssegment betrieben werden.

 

5.Forderung nach Transparenz und frühzeitiger Einbindung der Kommunen


Bei Projekten dieser Größenordnung ist es entscheidend, dass

  • Gemeinden frühzeitig informiert werden,
  • Planungen offen gelegt werden,
  • und Bürgerinnen und Bürger ein Recht auf vollständige Transparenz erhalten.
    Gerade weil die Gemeindevertretung einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan zustimmen
    müsste, ist eine offene Informationspolitik zwingend erforderlich.

 

Abschließende Bemerkung


Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass mögliche Vorhaben nicht nur rund um Bodelwitz,
sondern auch im gesamten Landkreis, transparent kommuniziert werden. Die Öffentlichkeit hat ein
Recht auf vollständige und korrekte Informationen, sowohl zu tatsächlichen Planungsständen als
auch zu den Risiken großtechnischer Speicheranlagen.

 

Zum OTZ-Artikel geht es HIER

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