Wolfgang Kleindienst, Kreistagsmitglied UBV
Am Dienstag, den 17. März 2026 um 20:15 Uhr, berichtet die Sendung „Umschau“ des MDR-
Fernsehens über den Ausbau von Windenergieanlagen in Thüringen. Ein zentraler Teil des
Beitrages wurde im Windvorranggebiet W24 bei Schmieritz (Gemeinde Linda) im Saale-Orla-
Kreis gedreht.
Für die Berichterstattung war auch das Kreistagsmitglied Wolfgang Kleindienst (Unabhängige
Bürgervertretung Saale-Orla-Kreis – UBV) vor Ort und schilderte die Kritik vieler Bürger und
Kommunalpolitiker am Bau der Anlagen.
Hintergrund der MDR-Reportage ist die Genehmigung des Landratsamtes für acht
Windenergieanlagen des Typs Vestas V172 mit einer Höhe von rund 261 Metern. Der geplante
Windpark steht seit Monaten in der Kritik von Bürgerinitiativen und Kommunalpolitikern.
Für den Bau der Anlagen sind großflächige Rodungen, Zuwegungen, Kranstellflächen und
Fundamentflächen im Wald erforderlich. Kritiker sehen darin einen erheblichen Eingriff in Natur
und Landschaft.
„Wald ist kein Industriegebiet. Hier werden dauerhaft Naturflächen zerstört, um Anlagen mit über
260 Metern Höhe zu errichten“, so Kleindienst.
In Thüringen gibt es bereits mehr installierte Leistung als Netzlast.
Derzeit stehen in Thüringen rund 4.686 Megawatt installierte Leistung aus Wind und
Photovoltaik einer maximalen Netzlast von lediglich etwa 1.212 Megawatt gegenüber.
Nach Ansicht der Kritiker führt der weitere Ausbau vor allem zu steigenden Systemkosten,
Redispatch-Maßnahmen und Netzausbau, ohne dass dadurch die gesicherte Stromversorgung
verbessert wird.
„Wir haben kein Erzeugungsproblem, sondern ein Systemproblem. Mehr Windräder erhöhen die
installierte Leistung, aber nicht die gesicherte Leistung“, so Kleindienst.
Auch die häufig angekündigten kommunalen Einnahmen aus Gewerbesteuer werden kritisch
betrachtet. Durch Finanzausgleich und Kreisumlage werde ein erheblicher Teil dieser Einnahmen
wieder abgeschöpft.
„Entscheidend ist nicht die Brutto-Gewerbesteuer, sondern was am Ende tatsächlich im
kommunalen Haushalt bleibt.“
Ein weiterer Streitpunkt sind die Sicherheitsleistungen für den späteren Rückbau der Anlagen.
Nach Angaben der Kritiker beträgt die aktuell festgelegte Sicherheitsleistung im
Genehmigungsbescheid 180.499 € pro Anlage, insgesamt 1,44 Millionen Euro für acht Anlagen
Realistische Rückbaukosten werden jedoch auf etwa 1,5 bis 1,85 Millionen Euro pro Anlage
geschätzt.
Damit könnte eine Deckungslücke von über 10 Millionen Euro entstehen.
„Wenn ein Betreiber in 20 oder 25 Jahren insolvent ist, darf die Allgemeinheit nicht auf den Kosten
sitzen bleiben“, fordert Kleindienst.
Besonders kritisch sehen Kommunalpolitiker, dass im Genehmigungsverfahren das gemeindliche
Einvernehmen ersetzt wurde.
Zudem ist der Regionalplan Ostthüringen mit den Windvorranggebieten derzeit noch nicht
rechtskräftig.
„Die Verantwortung tragen wir vor Ort. Die Entscheidungen werden jedoch häufig über die Köpfe
der Kommunen hinweg getroffen.“
Die MDR-Sendung „Umschau“ wird die unterschiedlichen Positionen rund um den Ausbau der
Windenergie im Saale-Orla-Kreis beleuchten.
„Es ist wichtig, dass diese Diskussion öffentlich geführt wird. Viele Menschen machen sich große
Sorgen um Natur, Landschaft und die langfristigen Folgen dieser Projekte“, so Kleindienst.
Die Ausstrahlung erfolgt am Dienstag, 17. März 2026, um 20:15 Uhr im MDR Fernsehen.







