Bürgerdialog in Ossla

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Von Brigitte Richter (Thierbach)

 

Am 25. November 2025 hielt auch mich und meine Freundin Marie das nasskalte Wetter mit dichtem Nebel nicht davon ab, am Bürgerdialog in Ossla teilzunehmen.

 

Wir waren zeitig da und trafen auf einige Bekannte. Sind es Gleichgesinnte, was bewegte sie heute hier zu sein?

 

Wir, Marie und ich, verachten absolut Waffengewalt, Krieg, und alles, was damit zusammen hängt, weil wir – auch beruflich bedingt – sehr viel über die Kriege in der Welt und besonders den 2. WK gelesen haben. Sie ist Bibliothekarin und ich Buchhändler.

 

Leider leben aus dieser Zeit nur noch wenige Menschen, die der Nachwelt vermitteln können, was es bedeutet, Krieg zu erleben. Wir selbst sind Anfang der 1950 Jahre geboren und haben unser Wissen darüber von den Großeltern oder eben aus Büchern.

 

„Die Abenteuer des Werner Holt“

 

„5 Tage, fünf Nächte“

 

„Zeit zu leben, Zeit zu sterben“ Remarque

 

und viele Romane mehr, werden wir niemals aus dem Gedächtnis streichen können.

 

Krieg bedeutet immer Tod, Leid, Zerstörung…. Und wenn heute Bundeswehr Generäle wie ein Herr Breuer sagen: „Wir müssen wieder über Krieg nachdenken!“, dann sage ich mir: „Wollen diese Männer mit den Sternen auf den Schulterstücken ihre Daseinsberechtigung beweisen?“

 

Hartmut Schleicher aus Ossla, den ich heute kennen lernen durfte, hat diesen Bürgerdialog ins Leben gerufen. Dafür herzlichen Dank, lieber Hartmut. Die gesamte Veranstaltung war sehr gut organisiert. Heiko Rössel untermalte und bereicherte alles auf musikalische Weise; auch mit selbst komponierten Liedern und Texten.

 

Friedliebende Menschen versammelten sich im Osslaer Kulturhaussaal. Und der Tenor der Gespräche, die ich rundum mitbekam, ging dahin, dass wir die Russen nicht als Bedrohung empfinden. Im Gegenteil: Ein riesiges Land, das voller Bodenschätze ist, wurde von Deutschland überfallen. Ein Nichtangriffspakt zwischen Hitler und Stalin  wurde von Deutschland nicht eingehalten. Und was haben die Russen  nach dem 2. WK gemacht? Sie haben uns geholfen, wieder „auf die Beine zu kommen“.

 

Für mich war es ein emotionaler, aber auch bereichernder Abend, denn ich habe verschiedene Sichtweisen auf den Ukraine Krieg gehört.

 

Volker Wenzel aus Friesau trat ans Mikrophon und gab Putin die alleinige Schuld am Ukraine Krieg. Er sieht die Russen als Bedrohung und findet, dass wir aufrüsten müssen. Mit dieser Meinung ist er nicht alleine. Auch wenige andere Wortmeldungen liefen parallel.

 

Die eingespielten Videosequenzen machten mir Angst. Ich habe dies und jenes schon auf Phönix gesehen und kann es manchmal nicht so richtig einordnen. Aber mein Gefühl sagt mir: „Nie wieder Krieg“ Und die Russen sind nicht meine Feinde!“

 

Ein Zitat des Abends vom 25.11. werde ich mir merken: „Das Böse hat bereits gewonnen, wenn die Guten nichts tun!“

 

Lieber Hartmut Schleicher, du gehörst zu den Guten und du kämpfst für das Gute.

 

Wolfgang Kleindienst war auch da. Er kritisierte, dass den Kindern in der Schule die Greueltaten eines Krieges nicht mehr nahe gebracht werden.

 

Der Wurzbacher Pfarrer meinte: „Natürlich müssen wir unser Land schützen, aber zu welchem Preis?“

 

Der Meinung bin ich auch! Wir müssen wehrfähig, aber wir dürfen niemals kriegstüchtig sein. Alles kann und will ich nicht widerholen, was der Abend an Informationen geliefert hat. Ich denke, es wurde aufgezeichnet und wird  Interessierten bei Hallooberland.de zur Verfügung gestellt.

 

Was mir aber auffiel: Es waren kaum junge Menschen da, die eine Mobilmachung als erstes betreffen würde. Was geht in diesen Köpfen vor? Gehirnwäsche? Handy, Computer, Social Media? Ignoranz oder einfach nur das Nichtwissen was sie zu erwarten hätten?

 

Ein Ehepaar aus Bosdorf bei Leipzig hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie sind extra wegen dieser Veranstaltung nach Wurzbach gekommen. Das Ehepaar Pfützner ist an vielen Demos beteiligt und scheut weder Kosten noch Zeit oder Mühe, um ihren Friedenswillen zu bekunden.

 

Herr Pfützner las eine Geschichte vor, wo es metaphorisch um die Schlacht auf dem Schachbrett ging, wo kein Blut fließt, keine Mutter um den Sohn weint und keine Landschaften zerstört werden, aber trotzdem Intelligenz und Strategien notwendig sind, um „eine Schlacht zu schlagen und zu gewinnen“!

 

Ein selbst verfasstes Gedicht von Herrn Pfützner über Deutschland gab noch einmal den Anlass dazu, über unser schönes Heimatland nachzudenken, es zu schützen, zu ehren und zu erhalten.

 

Die Aussage des Wurzbacher Bürgermeisters von der Recke, dass er mit seinen 3 Söhnen seine Heimat, auch mit der Waffe in der Hand, verteidigen würde, kann ich auch verstehen und finde sie ehrenwert.

 

Welcher Politiker im Bundestag würde das so sagen, würde man ihm oder ihr die Frage stellen?  

 

Heinrich Heine: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht!“       

Bilder: B.Richter, Redaktion

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