Vergänglich

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von Brigitte Richter (Thierbach)

 

Deckt der Schnee die Pflanzen zu unter seinem weißen Mantel,

dann geschieht so unsichtbar ein neuer, zauberhafter Wandel.

Die alten Pflanzen sterben hin, finden unterm Eis ihr Grab.

Doch nein, aus Wurzeln oder Samen sprießt im Verborgnen neue Saat.

 

Auch der Mensch, der alt und müde für immer seine Augen schließt,

hofft, dass aus seinen starken Wurzeln, neues, zartes Werden sprießt.

In den Genen unsrer Kinder leben unsre Werte fort,

wir sind nicht weg, wenn wir auch tot sind, sind nur an einem andern Ort.

 

„Du hast die Augen deiner Oma“, sagte neulich meine Nachbarin,

Wie kommt die drauf, wo doch auch ich schon lange eine Oma bin?

Das Äußere zeigt die Verwandtschaft, doch etwas Wichtigeres hat Gewicht.

Ihre Herzenswärme trag ich in mir, ihre gütigen Augen nur im Gesicht.

 

Alle sind einmal die Alten, der Lebenswinter holt sie weg,

kein Eis, kein Schnee hat je die Chance, wenn Frühlingssonne die Erde weckt.

Dann keimt die neue Saat heran und Wurzeln treiben aus,

die Rose vom Vorjahr ist vergessen, doch die Alten im Herzen löscht niemand aus..

 

Die Fotos von den Großeltern nehm ich oft zur Hand,

weil mit den guten alten Leuten viel Liebe mich verband.

Auch ich bin eine Oma nun, hab viele Enkelkinder.

Wünsch mir, dass sie meine Fotos schaun, nach meinem letzten Lebenswinter.

 

Die Enkelinnen sehe ich so gern in ihrem offenen, klaren Blick,

seh darin die Herzenswärme aller Omas, denk an meine gern zurück.

Bin ich nicht mehr auf dieser Erde, bin dort, wo alle meine Ahnen,

dann wünsche ich mir, dass Generationen das Gute immer weiter tragen!

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